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Talschützen Sulz trotzen der Hitze am «Eidgenössischen»

(am) Ein eidgenössisches Schützenfest findet nur alle fünf Jahre statt; coronabedingt lag die letzte Austragung sogar bereits zehn Jahre zurück. Entsprechend wollten sich auch die Talschützen Sulz die Teilnahme am diesjährigen Eidgenössischen im Bündnerland nicht entgehen lassen.

Da am Freitagmorgen bereits ab 7.30 Uhr die ersten Rangeure, also zugewiesene Schiesszeiten, anstanden, machte sich die erste Hälfte der Gruppe schon am Vortag auf den Weg ins Bündnerland. So konnten die obligatorische Waffenkontrolle erledigt und nach einer Übernachtung in Sils der frühe Einsatz am nächsten Morgen gut vorbereitet werden. Die zweite Hälfte startete am Freitagmorgen in Sulz früher, als es manchem lieb war. Auch diese Teilnehmer absolvierten zunächst die Waffenkontrolle im Festzentrum auf dem Churer Rossboden, bevor es weiter zum Schiessplatz nach Thusis ging. Dort fanden die Schützen hervorragende Bedingungen vor: einen grosszügigen Schiessstand und eine gemütliche Festwirtschaft. Da zwei Mitglieder der Talschützen zugleich dem lokalen Schiessverein in Thusis angehören, wusste man aus gut unterrichteter Quelle, wo sich im Aussenbereich der einzige fast den ganzen Tag schattige Platz befindet – und konnte sich diesen rechtzeitig sichern.
Für diesen Tag waren erneut heisse 36 Grad angesagt. Viele Teilnehmer versuchten deshalb, möglichst viele Stiche bereits am Morgen zu absolvieren. Schon bald konnten die ersten Topresultate verzeichnet werden. Mit Spannung wurde zudem erwartet, wie sich das neue Programm zur Stichauswahl bewähren würde. Erstmals waren keine Warner im Einsatz, welche die Stiche für die Schützen einlesen; stattdessen erfolgte die Stichwahl direkt durch die Schützen selbst. Erfreulicherweise bewährte sich dieses System sehr gut. In der Mittagspause genossen die einen die vorbestellte Lasagne, während sich andere eine feine Wurst vom Grill gönnten. Am Nachmittag galt es, die restlichen Stiche zu absolvieren – bei weiter steigenden Temperaturen kein leichtes Unterfangen. Waffen und Teilnehmern wurde es gleichermassen heiss. Zwei Mitglieder gönnten sich sogar eine kurze Abkühlung in der nahen Waldbadi. Nachdem alle Stiche geschossen waren, durfte man sich über ein erfreuliches Sektionsresultat von 92.488 Punkten freuen. Besonders dazu beigetragen haben Präsident Hanspeter Schraner mit 96 Punkten sowie Toni Weiss und Mirjann Stäuble mit je 94 Punkten. Ebenfalls erwähnenswert ist, dass sich jeder Teilnehmer mindestens eine der begehrten Kranzauszeichnungen sichern konnte. Nach dem obligaten Gruppenbild verschob man sich zum Übernachtungsdomizil in Sils im Domleschg. Mit dem Zimmerbezug hielt man sich jedoch nicht lange auf, sondern zog direkt weiter zu Beni’s Backroad Beiz zum Nachtessen – ein wirklich unbeschreiblicher Ort oder, wie sie selbst sagen, «dia a biz andri Beiz». Dort wurden die Talschützen mit einem feinen Grillbuffet verwöhnt. Bei mittlerweile angenehmen Temperaturen genossen einige Mitglieder die besondere Atmosphäre bis in die frühen Morgenstunden.
Trotz der teilweise eher kurzen Nacht fanden sich am nächsten Morgen alle Teilnehmer pünktlich zum «Zmorge» ein. Nach der Hitze des Vortags beschloss man, sich an diesem Tag in Richtung höherer Lagen und hoffentlich tieferer Temperaturen zu orientieren. Ein Vereinsmitglied, Zweitheimischer in Savognin, lotste die Kameradinnen und Kameraden auf seinen Hausberg. Nach der Fahrt mit der Gondel und einem kurzen Spaziergang traf man auf der Alp Somtgant ein. Dort genoss die Gruppe die herrliche Aussicht und dank der Südtiroler Herkunft des Hüttenwirtes auch für die Schweiz eher ungewohnte Spezialitäten wie Kaiserschmarrn. Wer einen Platz im Schatten erwischte und zudem vom leichten Wind gestreift wurde, entdeckte auf seinen Armen plötzlich sogar eine Gänsehaut – ein ganz ungewohntes Gefühl nach den heissen Tagen im Unterland. Als der Blick in den Himmel und auf das Wetterradar immer deutlicher vor Regen warnte, entschloss man sich, den Heimweg anzutreten. Vor der Rückkehr in den Aargau galt es jedoch noch, im Festzentrum in Chur die verdienten Auszeichnungen abzuholen. Zurück im Tal war es vorbei mit den lauen Lüftchen, und so manchem standen nach dem Fussmarsch vom Parkplatz zum Festzentrum die Schweisstropfen auf der Stirn. Fern der Heimat traf man plötzlich auch auf bekannte Gesichter: Während die Schützen aus Kaisten ebenfalls ihre Preise abholen wollten, stimmten sich die Kameraden aus Gansingen auf ihren Einsatz am folgenden Tag ein. Nachdem alle Preise eingesammelt, alle Bekannten begrüsst und auch der Durst gestillt war, ging es endgültig zurück in den Aargau. Ein kühles Bier in der angenehm kühlen Schützenstube rundete diese gelungenen Tage ab.
Die Rangliste und weitere Fotos finden sich unter www.talschuetzen.ch.