Handball NLB: HSG Siggenthal – TV Möhlin 33:38
(cst) Das Auswärtsspiel gegen die HSG Siggenthal war geprägt von vielen Toren, Körperlichkeit und Zeitstrafen. Am Ende erspielten sich die Möhliner gegen den Aufsteiger einen 38:33-Erfolg. Schon zur Pause lag die Mannschaft von Zoltan Majeri mit sieben Treffern vorne.
Für Möhlins Trainer Zoltan Majeri war die Begegnung in Obersiggenthal auch eine emotionale Angelegenheit, man kennt sich aus früheren Zeiten, ist gar befreundet. Sein Gegenüber Michael Spuler, der Siggenthal/Baden-Endingen auch nach dem Aufstieg in die NLB coacht, ergeht es gleich, nur wird der Druck für sein Team, Punkte zu holen, immer grösser. Nach fünf Runden gegen unterschiedlich starke Gegner stehen die Aargauer noch ohne Zählbares da. So ist es zu erklären, dass seine Jungs viel Aggressivität und Willen ins Spiel brachten und in vielen Aktionen noch eine Schippe drauf packten. Am Ende resultierten elf Zeitstrafen, verteilt auf sechs Heim-Spieler, welche zum Teil das Feld frühzeitig verlassen mussten. Zum Vergleich: Bei Möhlin notierte man vier Strafen. Zudem musste auch der Speaker seinen Platz frühzeitig räumen (43.), weil sein verbaler Ausrutscher nicht goutiert wurde.
Frühe Führung
Nach dem Gleichstand (1:1, 4.) folgte durch Tore von Jan Waldmeier, Sadok Ben Romdhane und Ardin Berisha die frühe Führung der Fricktaler. Nach einem Ballklau stand es wenig später 5:2. In der neunten Spielminute wurde die erste Zeitstrafe gegen den grossgewachsenen Nando Moser verhängt, und Jan Waldmeier erhöhte vorne. Kurz darauf musste auch Ramon Schweizer (Siggenthal) auf die Bank (10.), und Möhlins Robin Santeler parierte gegen den späteren Topscorer Niels Spuler. Der Zwei-, Drei-Tore-Vorsprung (17.) blieb zwar bestehen, hätte aber durchaus höher ausfallen müssen (schlechte Passzuspiele, zu viele freie Würfe liegen gelassen). Mit dem erfolgreich verwerteten Siebenmeter durch Ardin Berisha (zuvor hatte Möhlins zweiter Keeper Noé Roth gegen Rafael Spuler gehalten) setzten aber die Gäste ein Zeichen und trafen in der Folge viermal innerhalb weniger Minuten zum 15:9 (25.). Nach dem nächsten Foul von Ramon Schweizer gegen Möhlins Topscorer Sadok Ben Romdhane war dessen Kontingent erreicht, und er musste sein Trikot ausziehen. Die letzten fünf Minuten blieben hektisch, waren geprägt von hartem Einsteigen der Gastgeber und erneuten Strafen. Pausenstand: 12:19.
Die zweite Spielzeit wurde viel unterbrochen, wegen Abmahnungen, Wischpausen oder der Spieluhr, die stehen blieb. Möhlin hielt den Abstand auf sieben, acht Tore und trat mit der nötigen Ruhe und Konzentration auf. Erst gegen Mitte der zweiten Halbzeit kamen die Gastgeber wieder auf fünf Treffer heran. Es war vor allem Niels Spuler, der seine Nadelstiche setzte, mit schnellen Schritten die Möhliner Abwehr überlistete und am Ende für elf Tore aus sechszehn Versuchen verantwortlich war. Kurz danach der Griff in den Wurfarm von Ben Romdhane, und Siggenthals Yannick Mühlebach musste auf die Bank. Kreisläufer Mitch Giezeman erhöhte nach der Möhliner Auszeit, und auch Waldmeier und wieder Giezeman stellten auf 28:20 (46.). Aber die Zurückliegenden gaben nicht auf, spielten mit viel Tempo, nutzten taktische Mittel mit dem zusätzlichen Feldspieler oder einer offenen Manndeckung. Und das Heimteam feierte jeden seiner Treffer mit viel Hingabe. Derweil hatten die beiden Unparteiischen Brüstle/Reimann bis in die Schlussphase viel zu tun: Nando Moser musste in der 52. Minute hinaus (28:33), wenig später wurde Rafael Spuler mit einer Zeitstrafe vom Feld geschickt. Das Spiel war bis zum Schlusspfiff geprägt von Aggressivität und Körpersprache. Der TV Möhlin erwies sich auch in dieser Phase als wach und reaktionsstark und feierte am Ende einen verdienten Sieg.