(pd) Axpo, der Kanton Aargau und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) haben in Suhr den Bau einer Agri-PV-Forschungsanlage gestartet.
Auf einer Ackerfläche entsteht eine 600-Kilowattpeak-Anlage, welche die landwirtschaftliche Nutzung mit Solarstromerzeugung miteinander verbindet. Das Projekt ist Teil des kantonalen Forschungsprogramms «AgriSolar Forschung» und wird wissenschaftlich begleitet. Der produzierte Strom wird vollständig von Emmi bezogen und direkt an deren Standort in Suhr verbraucht.
Darum geht’s:
In Suhr beginnen Axpo, der Kanton Aargau und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) den Bau der zweiten von drei geplanten Agri-PV-Anlagen aus der Forschungsproramm «AgriSolar Forschung» im Aargau. Die 600-kWp-Anlage verbindet Ackerbau mit erneuerbarer Stromproduktion. Das FiBL untersucht dabei, wie sich die Doppelnutzung der Fläche auf die landwirtschaftliche Produktion und weitere ökologische sowie gesellschaftliche Faktoren auswirkt. Der lokal erzeugte Strom wird zu 100 Prozent von der Schweizer Milchverarbeiterin Emmi direkt vor Ort bezogen und verbraucht.
Mit dem Spatenstich in Suhr setzen Axpo, der Kanton Aargau und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) ein gemeinsames Forschungsprojekt zur Weiterentwicklung der Agri-Photovoltaik, kurz Agri-PV, um. In Suhr entsteht eine Forschungsanlage, auf der landwirtschaftliche Nutzung und Solarstromproduktion auf derselben Fläche zusammengeführt werden.
Das Projekt ist Teil eines mehrstufigen Forschungsprogramms zu Agri-PV im Kanton Aargau. Nach der ersten Anlage über einer Obstplantage am FiBL-Standort in Frick folgt in Suhr nun die zweite Anlage auf Ackerland.
Forschungsanlage mit hohem Praxisbezug
Die Anlage in Suhr ist so konzipiert, dass sie unter realen Bedingungen der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung betrieben und untersucht werden kann. Im Mittelpunkt stehen Fragen zur Vereinbarkeit von Energieproduktion und Landwirtschaft, zur Wasserführung, zur Biodiversität, zur Anpassung an den Klimawandel sowie zur gesellschaftlichen Akzeptanz von Agri-PV.
Die Versuchsfläche umfasst insgesamt 279 Aren. Auf rund 120 Aren wird die Agri-PV-Anlage erstellt, während der östliche Teil der Parzelle als Referenzfläche dient. Der Vergleich zwischen den Agri-PV-Flächen und der Referenzfläche soll zeigen, wie sich die unterschiedlichen Bewirtschaftungsformen auf Ertrag, Biodiversität und weitere Untersuchungsparameter auswirken.
Die Modultische werden in rund drei Metern Höhe installiert und können über ein Tracker-System je nach Jahreszeit und Forschungsbedarf ausgerichtet werden. Beim Bau wird darauf geachtet, das Landwirtschaftsland möglichst zu schonen und Bodenverdichtungen zu vermeiden. Die Anlage wird auf Stahlprofilen fundiert, die sich nach Ende der Nutzungsdauer rückstandslos entfernen lassen.
Lokale Wertschöpfung
Axpo übernimmt im Projekt die Rolle als Bauherrin und Betreiberin der Anlage. Der Kanton Aargau und das FiBL bringen ihre Expertise in den Bereichen Landwirtschaft, Forschung und Projektentwicklung ein. Der Landwirt, der die Parzelle besitzt, fungiert als landwirtschaftlicher Partner und bewirtschaftet die Fläche weiterhin.
Der erzeugte Strom wird vollständig an den Emmi-Standort direkt vor Ort geliefert und verbraucht. Damit entsteht in Suhr ein Projekt, das lokale Stromproduktion, landwirtschaftliche Nutzung und angewandte Forschung eng miteinander verbindet.
Beitrag zur Energiewende und zur Forschung in der Landwirtschaft
Agri-Photovoltaik ermöglicht es, landwirtschaftliche Flächen gleichzeitig für die Produktion von Lebensmitteln und erneuerbarer Energie zu nutzen. Gleichzeitig eröffnet sie neue Möglichkeiten für die Forschung, etwa zur Frage, wie verschiedene Kulturen wie Getreide oder Mais mit Trockenheit, veränderten Niederschlagsmustern und zunehmenden Wetterextremen umgehen, sowie in den Bereichen Biodiversität und Ertrag.
Mit dem Projekt in Suhr wird das Potenzial von Agri-PV unter Schweizer Bedingungen weiter untersucht. Axpo hat mit ihrer Tochtergesellschaft Urbasolar in Frankreich und Italien bereits Erfahrungen mit Agri-PV-Anlagen gesammelt, insbesondere mit Solargewächshäusern.