(pd) Der 6. Netzwerkanlass vom vergangenen Mittwoch des Vereins Reallabor Sisslerfeld war die ideale Plattorm für Vertreterinnen und Vertreter aus lokalen Unternehmen, Hochschulen und Innovationsfördern. Ziel war es, die Chancen und auch Herausforderungen auszuloten, welche sich aus der Symbiose in der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Hochschulen ergeben.
Innovation ist der treibende Motor unserer Wirtschaft. Doch nur 5% der Innovationen sind wirklich erfolgreich. Noemi Rom, Mitglied der Geschäftsleitung von Innosuisse der schweizerischen Agentur für Innovationsonsförderung, zeigte in ihrem Referat die Herausforderungen in der Innovationssentwicklung auf. «Gute Ideen mögen beim Joggen aufkommen. Damit sie erfolgreich realisiert werden können, braucht es eine Innovationsstrategie, welche an der Unternehmensstrategie ausgerichtet ist, Mut zum Experimentieren und eine Fehlerkultur, welche solche Experimente zulässt.» Innosuisse fördert die wissenschaftssbasierte Innovation im Interesse von Wirtschaft und Gesellschaft mit über 150 mio Franken pro Jahr. Rund 40 Mentorinnen und Mentoren sind Ansprechpartner für Entwicklungsprojekte. Sie verfügen über Berufserfahrung in unterschiedlichen Wirtschaftssektoren und haben jeweils mehrere Jahre in leitenden Positionen in der Forschung und Entwicklung, im Produktmanagement oder in der Umsetzung von Strategien zur Entwicklung von Produkten, Dienstleistungen und Prozessen gearbeitet.
Als weiterer Ansprechpartner in Sachen Innovationsförderung bietet sich auch das kantonale Hightechzentrum Aargau an. Martin Bopp, Geschäftsleiter, führte anhand eines Projektportraits die Vorzüge einer Kooperation mit dieser Institution aus. Das Hightechzentrum versteht sich als Intermediär und vermittelt zwischen Hochschulen und Unternehmen, begleitet Projekte und kennt die zentralen Anlaufstellen für Fördermittel. Jährlich begleitet das Hightechzentrum rund 450 Projekte. 80% der Projekte stammen aus kleineren und mittlgrossen Unternehmen mit bis zu 49 Mitarbeitenden.
Mit Prof. Dr. Sebastian Wendeborn von der Fachhochschule Nordwestschweiz erhielten die rund 50 Teilnehmenden einen Einblick in einen besonders für das Fricktal relevante Fachbereich der Forschung in der Life Science Industrie. Wendeborn als Leiter des Instituts für Chemie und Bioanalytik in Muttenz gab Auskunft über erfolgreiche Kooperationen bei Forschungsprojekten im Life Science Bereich und zeigte auf, welche Chancen eine Zusammenarbeit mit den Absolventinnen und Absolventen der Fachhochschule bieten können.
Adrian Kirchhofer, Kompetenzleiter Engineering, von der Erne Holzbau AG erzählte aus der Optik eines Unternehmens, welches schon zahlreiche Innovationsprojekte mit Hochschulen realisieren konnte. «Ideen kommen von sämtlichen Mitarbeitenden. Die Projektgrösse ist nicht zentral. Wir haben Projekte für wenig Geld umgesetzt aber auch schon Projekte mit hohen Investitionssummen angepackt. Hier ist es zentral, dass die Machbarkeit früh geprüft wird.»
In der anschliessenden Podiumsdiskussion waren sich die Teilnehmenden einig, dass Innovation unerlässlich ist, um im heutigen stark umkämpften Wettbewerbsumfeld erfolgreich zu sein. Es braucht Mut zum Wandel, Verantwortliche, welche sich diesem Thema annehmen, ergänzt mit Forschung aus dem Hochschulumfeld. Dank finanzieller und organisatorischer Unterstützung ist ein Innovationsprojekt auch für kleine Unternehmen stemmbar.
Am anschliessenden Apéro konnten viele Kontakte geknüpft und bestärkt werden. Der nächste Netzwerkanlass ist für den Frühsommer 2027 vorgesehen. Der Verein Reallabor Sisslerfeld wird von den vier Sisslerfeldgemeinden und den über 45 Mitgliedsorganisationen getragen. Anlässe dieser Art und Projekte mit Hochschulen tragen massgebliche Entwicklung des Arbeitsplatzgebietes Sisslerfeld.