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Arman Allakhverdian identifiziert sich an erster Stelle als Künstler. Foto: zVg
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«Farben der Hoffnung» – Ausstellung im Gemeindehaus Frick

Im Gemeindehaus Frick wird mehrmals im Jahr bildnerische Kunst ausgestellt. Bis Ende Juli können hier Gemälde von Arman Allakhverdian bewundert werden. Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung organisierte die Integrationsfachstelle «mit.dabei-Fricktal» vergangene Woche eine Vernissage.

KUJTIM SHABANI

70 Gemälde von Arman Allakhverdian im Gemeindehaus Frick können bis zum 31. Juli 2026 bewundert werden. Foto: zVg«Könntet ihr Arman Allakhverdian unterstützen, sein Kunstwerk besser zu promoten», lautete die Anfrage an die Integrationsfachstelle «mit.dabei-Fricktal». Und sie machte sich ans Werk. Das Ergebnis der Vernissage zur Ausstellung «Farben der Hoffnung» im Gemeindehaus Frick: schöne Gemälde, interessante Einführung, klassische Livemusik, liebevoll vorbereiteter Apero, herzliche Gäste, zahlreiche Begegnungen und reger Austausch.

Professor Beat Näf moderierte die Veranstaltung und und gestaltete eine Einführung. Foto: zVg«Kunst verbindet uns alle»
Schon 2024 gewann die Integrationsfachstelle Prof. Dr. Beat Näf, den aus dem Fricktal stammenden Historiker, für eine freiwillige Einführung bei einer sechstägigen Kunstausstellung anlässlich der Flüchtlingstage.
Prof. Näf moderierte die Vernissage in Frick und gestaltete eine geistreiche Einführung. Die Gemeinderätin Ressort Gesundheit, soziale Sicherheit und Kultur, Alexandra Leimgruber, durfte als erste die Besucherinnen und Besucher begrüssen. Im Gemeindehaus Frick, informierte sie, finden seit 2018 vier- bis fünfmal pro Jahr Kunstausstellungen statt. Die Gemeinderätin hat keine Zweifel: «Die Bilder von Arman Allakhverdian bringen Leben, Emotionen und tiefgründige Geschichten in die Gemeinderäume». Weiter «zeigen sie uns, wie wichtig Vielfalt und Zuversicht für unser Zusammenleben sind». Für die Gemeinderätin «laden uns die Bilder ein, innezuhalten und die Welt aus neuen Blickwinkeln zu betrachten».
Gemeinderätin Alexandra Leimgruber begrüsste die Gäste an der Vernissage. Foto: zVgAlexandra Leimgruber würdigte auch das Engagement der Integrationsfachstelle «mit.dabei-Fricktal» als Brückenbauerin zwischen Menschen und Kulturen. «Kunst verbindet uns alle», unterstrich sie zum Schluss im Namen des Gemeinderats Frick. Bei der Vernissage waren auch ihre Gemeinderatskollegin Ramona Bernet und ihr Gemeinderatskollege Gunthard Niederbäumer anwesend.

Farben als Sinnbilder
«Es ist grossartig, dass in Frick die Gemeinde so viel für Kultur macht, und zwar Kultur für Menschen von hier und für Menschen, die neu hierhergekommen sind», äusserte sich Beat Näf. «Das verbindet und stärkt die Gemeinschaft». Als Historiker des Altertums ist er sich sicher: «Dies ist ein Weg, der Erfolg verspricht.» Es sei eine gute schweizerische Tradition, in öffentlichen Gebäuden Kunst zu zeigen. Dann brachte er ein Beispiel von Kunst im Rathaus Aarau, wo die Werke eines Künstlers wie Arman Allakhverdian präsentiert werden.
Anschliessend stellte der Historiker diverse geschichtliche Bezüge her und erläuterte beeindruckende Beispiele zum Status der Farben und ihrer Bedeutung zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Ländern, angefangen beim antiken Griechenland und Rom. «Griechische und römische Kunst war nicht weiss und farblos, sondern farbig, intensiv farbig», betonte der Professor. Dann kam er auf die Confoederatio Helvetica, die Französische Revolution – die Tricolore!, auf die heutige Schweiz und vieles mehr mit Bezug zum Kunstwerk von Arman Allakhverdian zu sprechen.

Kunstlibhaberinnen und Liebhaber an der Vernissage im Gemeindehaus Frick. Foto: zVgFarben der Heimaten
In den bunten Gemälden von Arman Allakhverdian erkennt der Historiker die Farben seiner alten und neuen Heimat wieder: Braun, Dunkelgrün, Hellgrün, Blau… Arman Allakhverdian ist 1979 in Baku geboren, die Hauptstadt von Aserbeidschan. Aber er ist Armenier. Seit 1990 lebte er in Dnipro, eine Stadt in der Ukraine. Und seit rund sieben Monaten – in der kantonalen Unterkunft in Frick. Er identifiziert sich aber an erster Stelle als Künstler.

Arman Allakhverdian begrüsste kurz die Gäste auf Ukrainisch. Die ausgestellten Kunstwerke «setzen sich intensiv mit Emotionen, Transformationen und innerer Stärke auseinander», erklärt er und betont: «Farben stellen eine faszinierende universelle Ausdrucksweise dar, die Gefühle besser beschreiben können als Worte». Die 70 Gemälde in den drei Stockwerken des Gemeindehauses Frick können bis zum 31. Juli 2026 bewundert werden. Im Mai stellte Allakhverdian seine Werke im Bohème-Art-Restaurant in Rheinfelden aus. Nach Frick wird er sie in Basel präsentieren.

Lyubov Holovata begeisterte die Besucherinnen und Besucher mit ihrer Interpretation auf dem Cello. Foto: zVgDer Anlass endete, wie er begann: Lyubov Holovata begeisterte die gut 30 Besucherinnen und Besucher mit ihren virtuosen Interpretationen auf dem Cello. Sie spielte internationale und ukrainische Stücke. Mitbewohnerinnen des Künstlers in der kantonalen Unterkunft hatten ukrainische Spezialitäten für den Apero zubereitet. Der rege Austausch über Kunst, Kultur, Migration… klang erst nach zwei Stunden allmählich ab.

Bilder:

Bild 1: Arman Allakhverdian identifiziert sich an erster Stelle als Künstler.
Bild 2: 70 Gemälde von Arman Allakhverdian im Gemeindehaus Frick können bis zum 31. Juli 2026 bewundert werden.
Bild 3: Professor Beat Näf moderierte die Veranstaltung und und gestaltete eine Einführung.
Bild 4: Gemeinderätin Alexandra Leimgruber begrüsste die Gäste an der Vernissage.
Bild 5: Kunstlibhaberinnen und Liebhaber an der Vernissage im Gemeindehaus Frick.
Bild 6: Lyubov Holovata begeisterte die Besucherinnen und Besucher mit ihrer Interpretation auf dem Cello.
 
Fotos: zVg