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Die Jurapark-Oberforscherin Anita Huber-Bubendorf und der Schulleiter Reto Kunz suchen Hilfe bei den Schulkindern. Foto: Jurapark Aargau
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Vielfalt rund ums Schulhaus: Die Schulen Böztal gestalten ihre Aussenräume gemeinsam mit dem Jurapark Aargau

(jp) «Wir brauchen eure Hilfe!» Mit diesem Anliegen traten Anita Huber-Bubendorf, Schulmodulleiterin des Jurapark Aargau, und Schulleiter Reto Kunz vor die Schülerinnen und Schüler der Schulen Böztal. Als Forschende verkleidet, hatten sie eine Mission: Sie wollten die Schulhausumgebungen genauer unter die Lupe nehmen und herausfinden, wie sich die Plätze vielfältiger und naturnaher gestalten lassen. Doch dafür brauchten sie die Unterstützung der Kinder. Diese liessen sich nicht lange bitten und machten sich mit Neugier und Tatendrang ans Werk.

Die nächste Umgebung wird untersucht. Foto: Jurapark AargauDrei Schulstandorte, eine gemeinsame Idee
Im Oktober fand an den drei Schulstandorten Bözen, Effingen und Hornussen jeweils eine Projektwoche unter dem Motto «Vielfalt rund ums Schulhaus» statt. Pro Standort waren zwischen 50 und 100 Kinder mit dabei. Die Idee, die Inhalte und das Material für die Projektwochen stammen vom Jurapark Aargau, der die Schulen bei der Auseinandersetzung mit der Biodiversität und der naturnahen Gestaltung ihrer Aussenräume fachlich und praktisch unterstützt.

Während der Projektwochen wurden die Schülerinnen und Schüler zu Forschenden und erkundeten ihre Schulhausumgebung mit offenen Augen. Mit Becherlupen spürten sie kleine Tiere auf, entdeckten essbare Wildpflanzen und bereiteten daraus einen gemeinsamen Apéro zu. Sie suchten ihre Lieblingsplätze und gingen der Frage nach, welche Orte rund ums Schulhaus spannend und lebendig sind – und welche eher langweilig wirken. Dabei lernten sie ihre Umgebung aus neuen Perspektiven kennen und entwickelten Ideen, wie sich diese vielfältiger und attraktiver gestalten lässt.
Die Projektwochen lebten vom grossen Engagement der Lehrpersonen, die sich mit eigenen Ideen, Tatkraft und Begeisterung einbrachten. Eine Lehrperson komponierte sogar ein eigenes Lied zum Thema, welches jeden Tag mit wachsender Begeisterung gesungen wurde.

Schatten für die Zukunft. Foto: Jurapark AargauGemeinsam anpacken und Lebensräume schaffen
Ein wichtiger Bestandteil jeder Projektwoche war jeweils der Arbeitseinsatz am Freitag. Dabei wurde ganz konkret Hand angelegt und die Schülerinnen und Schüler arbeiteten gemeinsam mit dem Werkhof, dem Umweltbüro Apiaster und Anita Huber-Bubendorf vom Jurapark Aargau. Mit viel Tatkraft entstand ein Weidenhaus, Schattenbäume wurden gepflanzt, Wildbienenhotels gebaut, Wasserstellen angelegt und weitere Elemente für eine vielfältige Schulhausumgebung umgesetzt.
Die Kinder konnten so unmittelbar erleben, wie sie ihren eigenen Lebensraum mitgestalten und neue Lebensmöglichkeiten für Tiere und Pflanzen schaffen. Gleichzeitig wurde sichtbar, was möglich ist, wenn unterschiedliche Menschen ihre Fähigkeiten einbringen und gemeinsam an einem Ziel arbeiten.

Die Schulhausumgebung als Lern- und Lebensraum
Hinter den Projektwochen steckt eine längerfristige Idee: Die Schulhausumgebungen sollen zu lebendigen Orten der Begegnung und Gemeinschaft werden, die nicht nur in den Pausen, sondern auch im regulären Unterricht genutzt werden. Der Aussenraum wird damit zum erweiterten Klassenzimmer, in dem Natur direkt erlebt, erforscht und verstanden werden kann.
Damit dies gelingt, setzen sich die Lehrpersonen ergänzend zu den praktischen Arbeiten in einer dreiteiligen Weiterbildung zum Thema «Draussen unterrichten» auseinander. Die Weiterbildung zeigt auf, wie sich die Aussenräume gezielt als Lernorte nutzen und in den Unterricht integrieren lassen. Die naturnah gestalteten Schulhausumgebungen sollen so nicht nur die Biodiversität fördern, sondern auch langfristig einen festen Platz im Schulalltag erhalten.

Was lebt rund um unser Schulhaus? Foto: Jurapark AargauGemeinsam planen, gestalten und weiterentwickeln
Die naturnahe Umgestaltung der Schulhausumgebungen ist ein gemeinschaftliches Vorhaben. Die Gemeinde Böztal mit ihrem Werkdienst und dem Gemeinderat, die Schulleitung, das Lehrpersonenteam, das Umweltbüro Apiaster und der Jurapark Aargau bringen ihre unterschiedlichen Erfahrungen, Ideen und Kompetenzen ein. Die Gemeinde Böztal und der Kanton Aargau unterstützen das Projekt auch finanziell und ermöglichen damit die schrittweise Aufwertung der Aussenräume.

Mit den drei Projektwochen ist ein wichtiger Schritt getan. Doch die Entwicklung geht weiter: In den kommenden Monaten stehen zahlreiche weitere Massnahmen zur naturnahen Gestaltung der Schulhausumgebungen an. Die neu geschaffenen Elemente sollen wachsen, sich entwickeln und immer stärker Teil des Schulalltags werden.
Das Projekt zeigt, was entstehen kann, wenn Kinder, engagierte Lehrpersonen, die Schulleitung, Behörden und Fachpersonen gemeinsam Verantwortung übernehmen und Ideen in die Tat umsetzen. Es verbindet Naturförderung mit Bildung, gemeinschaftlichem Engagement und der Vision, die drei Schulstandorte Bözen, Effingen und Hornussen als Teile einer gemeinsamen Schule zu stärken.

Für das Jahr 2027 hat es noch freie Plätze für Jurapark-Schulmodule. Wer Interesse hat, findet Informationen zu den Schulmodulen unter: www.jurapark-aargau.ch/schulen

Bilder:
1. Bild: Die Jurapark-Oberforscherin Anita Huber-Bubendorf und der Schulleiter Reto Kunz suchen Hilfe bei den Schulkindern.
2. Bild: Die nächste Umgebung wird untersucht.
3. Bild: Schatten für die Zukunft.
4. Bild: Was lebt rund um unser Schulhaus?
Fotos: Jurapark Aargau